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Verkehr

Nicht die Strecke, die Kreuzung: Wo Berlins Radverkehr tatsächlich gefährlich wird

Der Ausbau geschützter Radstreifen kommt voran, die Unfallschwerpunkte liegen aber dort, wo die Streifen enden. Eine Auswertung von Knotenpunkten in vier Bezirken.

Porträt von Lena Kowalski
Lena Kowalski

Ressortleitung Stadtentwicklung & Verkehr

· 6 Min. Lesezeit

Friedrichshain

Radfahrende auf einem rot markierten Radstreifen an einer Berliner Kreuzung

Radfahrende auf einem rot markierten Radstreifen an einer Berliner Kreuzung

Geschützte Radstreifen wirken. Auf Abschnitten mit baulicher Trennung gehen Konflikte zwischen Rad- und Kfz-Verkehr deutlich zurück, das ist inzwischen gut belegt. Das Problem beginnt an den Knotenpunkten: Dort endet die Trennung häufig 20 bis 30 Meter vor der Kreuzung, genau im Bereich der abbiegenden Fahrzeuge.

Der typische schwere Unfall in Berlin ist der Rechtsabbiegeunfall mit einem Lkw oder Transporter. Entscheidend sind drei Faktoren: der tote Winkel, die gemeinsame Grünphase von Abbiegern und Geradeausfahrenden, und die Sichtbeziehung in den letzten Metern vor der Haltelinie.

Zwei Maßnahmen gelten als wirksam und sind vergleichsweise günstig: getrennte Signalisierung, bei der Abbieger und Radverkehr nicht gleichzeitig Grün bekommen, sowie vorgezogene Haltelinien mit aufgeweitetem Radaufstellstreifen. Beides braucht keine Grundsanierung der Kreuzung, sondern Signaltechnik und Markierung.

Warum geht es trotzdem langsam? Weil Signalprogramme in Berlin an vielen Kreuzungen an eine alte Steuerungstechnik gebunden sind und jede Änderung der Grünphasen den gesamten Koordinierungsablauf einer Achse betrifft. Ein getrenntes Abbiegesignal an einer Hauptstraße zieht damit Anpassungen an mehreren Anlagen nach sich.

Wer als Radfahrende oder Radfahrender das Risiko selbst senken will, hat vor allem eine Stellschraube: an Kreuzungen sichtbar und weit vorn stehen, nie rechts neben einem Lkw warten, und im Zweifel eine Grünphase abwarten, statt neben dem anfahrenden Fahrzeug loszurollen.

Über die Autorin oder den Autor

Porträt von Lena Kowalski

Lena Kowalski

Ressortleitung Stadtentwicklung & Verkehr · im Team seit 15. Januar 2024

Berichtet seit 2013 über Berliner Verkehrspolitik, Bauprojekte und Bezirksverwaltung. Fährt jede Strecke, über die sie schreibt, selbst ab.

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